Ein neuer Franziskus

Dass sich dieser Papst den Namen Franziskus gegeben hat, hat mich sehr berührt. Ich selbst bin vor zwei Jahren das erste Mal in Assisi gewesen und habe dort eine Spiritualität erfahren, die mir sonst noch nicht zugänglich war, ein tiefes Verständnis der Liebe Gottes. Der Heilige war an jeder Ecke präsent, seine großartige Verehrung von Gottes Schöpfung und sein unvergleichliches Beispiel waren mir Inspiration und Vorbild.

Vieles wurde schon geschrieben darüber, was man sich von einem Papst mit diesem Namen erwartet: Bescheidenheit, ökologisches Bewusstsein, Reformen, … Diese Hoffungnen sind natürlich zutiefst menschlich, stellen aber mehrheitlich eigene Wünsche der Wünschenden dar, die sie auf den Papst projizieren.

Ich habe heute folgendes Bild gesehen, das mir gut gefallen hat.
drei-paepste
Es wird Johannes Paul II. mit dem Thema „Hoffnung“, Spes, assoziiert, Benedikt XVI. mit „Glaube“, Fides, und Franziskus mit „Liebe“, Caritas. Insofern wird der neue Papst natürlich darauf aufbauen, was seine Vorgänger geschaffen haben, andererseits wird er das Papsttum weiterentwickeln und die Kirche weiterbringen auf ihrem Weg der Liebe. Und er wird nach der Vertiefung der Hoffnung durch Johannes Paul II., nach der Vertiefung des Glaubens durch Benedikt XVI. wohl unser Verständnis dessen vertiefen , was man unter christliche Nächstenliebe, Caritas, zu verstehen hat: mit seinem Leben, seinem Beispiel und seinen Taten wie es Franz von Assisi getan hat.

Wollen wir beten dafür, dass ihn der Herr in seinem wichtigen Amt stets behüte und begleite.

PAX

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3 Gedanken zu „Ein neuer Franziskus

  1. Es war ja schon witzig, wie der ganzen Welt der Mund offenstehen blieb angesichts eines Kardinals, der ein 3-Zimmer-Apartment bewohnt und mit der U-Bahn fährt – „ja derf er denn des?“, um den alten Kaiser zu zitieren. In meiner Jugend trug man den Papst noch, von Pfauenfederfächern umwedelt, auf einer Sänfte, die Tiara als Zeichen der Weltherrschaft auf dem Kopf. Unvorstellbar, dass ein Franziskus verlangt, ihm die Pantoffel zu küssen – und außerdem trägt er sowieso schwarze Halbschuhe. Äußerlichkeiten? Nein, sicher nicht. Und gerade wegen seiner Bescheidenheit setzen so viele ihre Hoffnung auf ihn. Gestern ein Titelfoto: „Der Papst zahlt im Hotel selbst!“ Sensation! Naja, ist ja auch eine.
    Irgendwie tut er mir Leid, dass er jetzt in diesen entsetzlich überladenen Prunksälen wohnen und arbeiten muss, nicht mehr Bus fahren darf und als unberührbarer Heiliger von seinen Mitmenschen abgesondert wird. JPII sagt man nach, er sei gerne bei seinen Nonnen in der Küche gesessen und hätte mit ihnen geplaudert, während sie kochten. Vielleicht muss ein Papst sich in der Küche verstecken, um Mensch sein zu dürfen.
    Ich bin sehr gespannt, ob dieser Mann einen Schritt vorwärts schafft oder im Dornengestrüpp der Kurie zugrunde geht wie sein bedauernswerter Vorgänger. Man möchte es ihm wünschen.

    • Ja, ich kann mir da auch schon einiges an Skandalen vorstellen – ein rascher Imbiss bei McDonalds beispielsweise oder die Benützung einer öffentlichen Toilette; vielleicht hält er auch das Papamobil an, um einen Eisverkäufer herbeizuwinken und sich ein Erdbeereis reichen zu lassen… Man weiß nie, wozu solche Leute aus dem unzivilisierten Ausland fähig sind. Aber das konservative Eck kann sich trösten: Bis ein Papst auf einem Esel reitet und sich habituell zum Essen einladen lässt, wird noch einige Zeit vergehen… 🙂
      Jedenfalls hoffe ich sehr, dass er geschickt genug ist, jetzt sofort ein paar kräftige, unvergessliche Akzente zu setzen – muss ja nicht gleich heißen: „Vatikan in Schutt und Asche, Kirchengold in Volkes Tasche…“ (Erinnerst dich noch an die Plakate?)

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