Tageslesung Jesaja 49

Die heutige Tageslesung entstammt dem Buch Jesaja. Es handelt sich um das zweite Lied vom Gottesknecht.

Jes 49, 1-6: 1 Hört auf mich, ihr Inseln, merkt auf, ihr Völker in der Ferne! Der Herr hat mich schon im Mutterleib berufen; als ich noch im Schoß meiner Mutter war, hat er meinen Namen genannt. 2 Er machte meinen Mund zu einem scharfen Schwert, er verbarg mich im Schatten seiner Hand. Er machte mich zum spitzen Pfeil und steckte mich in seinen Köcher. 3 Er sagte zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, an dem ich meine Herrlichkeit zeigen will. 4 Ich aber sagte: Vergeblich habe ich mich bemüht, habe meine Kraft umsonst und nutzlos vertan. Aber mein Recht liegt beim Herrn und mein Lohn bei meinem Gott. 5 Jetzt aber hat der Herr gesprochen, der mich schon im Mutterleib zu seinem Knecht gemacht hat, damit ich Jakob zu ihm heimführe und Israel bei ihm versammle. So wurde ich in den Augen des Herrn geehrt, und mein Gott war meine Stärke. 6 Und er sagte: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, nur um die Stämme Jakobs wieder aufzurichten und die Verschonten Israels heimzuführen. Ich mache dich zum Licht für die Völker; damit mein Heil bis an das Ende der Erde reicht.

Dieses zweite Lied vom Gottesknecht stellt die göttliche der menschlichen Perspektive gegenüber. Der Gottesknecht wurde schon im Mutterleib berufen, von Anfang seines Daseins hat er seine Bestimmung. Gott hat Großes mit ihm vor: nicht nur die Sammlung und Heimführung seines Volkes, sondern die Sammlung aller Völker, die Ausgießung seines Heiles „bis an das Ende der Erde“.

In der Welt der Menschen aber erfährt der Knecht Frustration, Enttäuschung, Vergeblichkeit: Vergeblich habe ich mich bemüht, habe meine Kraft umsonst und nutzlos vertan. Was für eine hervorragende Zusammenfassung dessen, was wir so häufig als Christen erfahren müssen! Dass unsere Bemühungen nicht fruchten, wir einer Übermacht an Unglauben, Spott und Ablehnung gegenüberstehen, dass es nur wenige sind, die an einem ernsthaften Leben aus dem Glauben heraus interessiert sind. Dass wir unsere Kräfte für einen aussichtslosen Kampf verschwenden.

Mir kommt da wieder Don Quijote in den Sinn, der ja den „unbesiegbaren Feind“ besiegen und den „unerreichbaren Stern“ erreichen will. Diese Bibelstelle gibt ihm Recht: wohl ist in der menschlichen Perspektive so vieles sinnlos, vergeudet, verschwendet, Gott aber hat uns zu Größerem berufen: wir sollen durch unseren kleinen, verschwindend geringen Beitrag mithelfen, ein „Licht für die Völker“ zu sein.

Um wie viel wird dies aber auch leichter, wenn wir dem Gottesknecht schlechthin nachgehen können, Jesus Christus, der uns vorangegangen ist auf diesem Weg.

PAX

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