Pfingstsequenz V – die Intimität der Gottesbeziehung

[Erste Strophe / Zweite Strophe / Dritte Strophe / Vierte Strophe]

O lux beatissima,
Reple cordis intima
Tuorum fidelium.

Ü1 (wörtlich)
O seligstes Licht,
erfülle das Innerste des Herzens
deiner Gläubigen.

Ü2 (Gotteslob)
Komm, o du glückselig Licht
fülle Herz und Angsicht
dring bis auf der Seele Grund.

Ü3 (Bone)
O du Licht der Seligkeit,
Mach dir unser Herz bereit,
Dring in unsre Seelen ein!

1) lux: Zum dritten Mal in der Pfingstsequenz wird auf das Licht als Bild für den Heiligen Geist angespielt:

  • in der ersten Strophe war es der lucis tuae radium, der von Gott ausgesendet wird zum Wohl der Menschen;
  • in der zweiten war es das lumen cordium, das die Seele der Menschen erhellt;
  • jetzt wird der Heilige Geist als lux beatissima angerufen, als heilsbringender, alles durchdringender Schein Gottes.

2) intima: Die Intimität der Gottesbeziehung ist ein Aspekt des Heiligen Geistes, der nicht oft thematisiert wird, verbindet man mit dem Begriff „Intimität“ doch Bedeutungsfelder, die normalerweise nicht mit Gott oder Religion assoziiert werden. Dennoch: die Verbindung zu Gott ist die intimste, innigste und liebevollste, zu der ein Mensch berufen sein kann. Nur Gott ist zu einer vorbehaltlosen, alle menschlichen Versuche übersteigenden Liebe fähig. Keine noch so innige menschliche Liebe kann an die göttliche heranreichen.

3) fidelium: Die menschliche Antwort auf diese unbedingte, innige Liebe Gottes ist der Glaube. Ohne Möglichkeit, die Liebe Gottes in irgendeiner Weise herbeizuzwingen, ist der von Gott geliebte Mensch nur zur Antwort des Glaubens in der Lage. Die anderen Tugenden, Liebe und Hoffnung, werden dann erst folgen.

4) Diese Strophe zeichnet nach, wie sich die Verbindung zwischen Gott und den Menschen gestaltet: der alles durchatmende Heilige Geist Gottes wird angerufen, der aus reiner Gnade das Innerste, Intimste des Menschen berührt und ihn zur Antwort des Glaubens animiert.

Treu hältst du zu uns,
vergisst deine Kinder nicht.
Wie liebt man wie du?

PAX

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9 Gedanken zu „Pfingstsequenz V – die Intimität der Gottesbeziehung

  1. Vielen Dank für diese sehr interessanten Interpretationen! Es wäre schön auch die Interpretationen der anderen Strophen zulesen.
    Thomas

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