Pfingstsequenz – Synopsis

Im Folgenden möchte ich meine schon veröffentlichten Kommentare zu den einzelnen Strophen der Pfingstsequenz in drei Thesen zusammenfassen. Dieses Gebet über den Heiligen Geist stellt eine Zusammenschau der gesamten christlichen Theologie dar, die versucht, mit Bildern des Alltags fundamentale Glaubensgewissheiten zu erklären. [Die Zahlen in Klammer am Beginn der Strophen verlinken zu den jeweilien Einzelkommentaren].

(1) Veni, Sancte Spiritus,
Et emitte caelitus
Lucis tuae radium.

(2) Veni, pater pauperum,
Veni, dator munerum,
Veni, lumen cordium.

(3) Consolator optime,
Dulcis hospes animae,
Dulce refrigerium.

(4) In labore requies,
In aestu temperies,
In fletu solatium.

(5) O lux beatissima,
Reple cordis intima
Tuorum fidelium.

(6) Sine tuo numine
Nihil est in homine,
Nihil est innoxium.

(7) Lava quod est sordidum,
Riga quod est aridum,
Sana quod est saucium.

(8) Flecte quod est rigidum,
Fove quod est frigidum,
Rege quod est devium.

(9) Da tuis fidelibus
In te confidentibus
Sacrum septenarium.

(10) Da virtutis meritum,
Da salutis exitum,
Da perenne gaudium.

These 1: Es werden Alltagserfahrungen des Menschen thematisiert, die fundamentalen Bedürfnissen entsprechen.

Wärmende Strahlen der Sonne (1,8), Ruhe nach anstrengender Arbeit (4), Kühlung in der Mittagshitze (4), Abwischen aller Tränen (4), Vergebung (6), Sauberkeit (7), lebensspendendes Wasser (7), Heilung von Krankheit (7), Hoffnung in Todesangst (10)

Diese Auswahl an Bildern zeigt, wie der Autor der Pfingstsequenz versucht, aus zeitlosen Alltagserfahrungen des Menschen auf deren Grundbedürfnisse anzuspielen, die vom Heiligen Geist gestillt werden: nach Leben, Ruhe, Licht, Vergebung, Trost, Heilung und Hoffnung. Damit bezeugt die Pfingstsequenz einen Gott, der sich des Menschen annimmt in dessen ganz konkreten Bedürfnissen, Wünschen, Ängsten und Beschränkungen.

Diese Erkenntnis hat ihren Grund in dem Glauben an die göttliche Dreifaltigkeit: nachdem der Sohn ganz Mensch geworden ist, nimmt Gott auch an diesem Menschsein Anteil, er ist in seinem Sohn auf ewig mit der geschaffenen Welt verbunden und solidarisiert sich mit dem Menschen in all seinen Abgründen und Fehlern. So kann eine wahre Heilung der Seele stattfinden.

These 2: Die Pfingstsequenz ist eine Schule des Betens.

Die drei Grundvollzüge des Betens – Lob, Bitte und Dank – werden in der Pfingstsequenz auf sehr schöne Weise angesprochen:

  1. Bitte – In den zahlreichen Imperativen erweist sich der Beter als bedürftig, als Bittender, der auf die Gnade Gottes angewiesen ist: Veni (1, 2), Lava, Riga, Sana (7), Flecte, Fove, Rege (8), Da (9,10)
  2. Lob – In den Attributen, die dem Heiligen Geist zugewiesen werden, erweist sich der Beter als Glaubender, der seinen Gott preist: Consolator optime / Dulcis hospes animae / Dulce refrigerium (3), O lux beatissima (5), Sine tuo numine / Nihil est in homine (6).
  3. Dank – Die durch die Imperative anzeigten Bitten haben ihren Ursprung in Erfahrungen, die der Beter mit Gott schon gemacht hat. Nachdem sich Gott in der Vergangenheit des Menschen angenommen hat, dankt der Beter mit der Erwähnung derselben Gott dafür und bittet darum auch für die Zukunft: In labore requies, / In aestu termpius, / In fletu solatium (4), Sine tuo numine / […] Nihil est innoxium (6).

Besonders bezeichnend dafür ist der Vers zwei in Strophe 2: Veni, dator munerum. Der Beter bittet um die Gnade Gottes, die alles schenkt. Er wird damit zur metaphorischen offenen Schale, die annimmt, was von Gott kommt, und charakterisiert damit hervorragend die Urerfahrung des Betens.

These 3: Die wichtigsten biblischen Themen werden in der Pfingstsequenz angesprochen.

  1. Anfang – Erschaffung der Welt: Die erste Strophe spielt auf den Schöpfungsmythos aus Gen 1 an und dort auf den ersten Tag, an dem das Licht erschaffen wurde, die fundamentale Voraussetzung für alles Leben (Gen 1,3-5).
  2. Schöpfung des Menschen: Die sechste Strophe thematisiert die Voraussetzung für alles Leben, nämlich Gottes Wille (numen), was auf den zweiten Schöpfungsmythos der Genesis verweist, wo berichtet wird, dass Gott Adam seinen Geist einhaucht (Gen 2,7).
  3. Abraham und Maria als Urbilder des Glaubens: Die achte Strophe verweist auf den inneren Zusammenhang zwischen Glauben (fidelibus) und Vertrauen (confidentibus). Glaube an Gott bedeutet, auf ihn zu vertrauen, wie das im AT Abraham (Gen 12), in NT Maria (Lk 1,38) vorgelebt haben: in ausweglosen Situation haben sie auf Gott vertraut und ihr Leben ist geglückt.
  4. Auferstehung der Toten: Riga quod est aridum kann mit der großen Vision des Propheten Ezechiel von der Auferstehung der Toten assoziiert werden: „Jetzt sagt Israel: Ausgetrocknet sind unsere Gebeine, unsere Hoffnung ist untergegangen, wir sind verloren. Deshalb tritt als Prophet auf und sag zu ihnen: So spricht Gott, der Herr: ich öffne eure Gräber und hole euch, mein Volk aus euren Gräbern herauf.“ (Ez 37,11f).
  5. Arm-Sein vor Gott: Die zweite Strophe kann man den Seligpreisungen aus dem Matthäusevangelium assoziiert werden. Der Heilige Geist ist pater pauperum für alle, die arm sind vor Gott und damit sich vollkommen auf Ihn verlassen und Ihm alles anvertrauen (Mt 5,3).
  6. Reinheit: Die siebente Strophe knüpft an die Aussagen Jesu über die Reinheit bzw. Unreinheit an, wie sie zum Beispiel bei Matthäus bezeugt sind: Nicht das, was durch den Mund in den Menschen kommt, macht ihn unrein, sondern was aus dem Mund des Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. (Mt 15,11).
  7. Ostern – Hoffnung auf Auferstehung: Der wichtigste Artikel des Credo, am dritten Tage auferstanden von den Toten, wird in der letzten, der zehnten Strophe der Pfingstsequenz thematisiert, die sich mit der Hoffnung auf immerwährende Freude bei Gott, auf einen salutis exitum, auseinandersetzt. Damit erweist sich diese Strophe als Kommentar zu 1 Kor 15,17: Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos.
  8. Pfingsten: der Heilige Geist als Beistand: Im Johannesevangelium wird der Heilige Geist als Paraklet, als Tröster, bezeichnet. In Strophe drei wird Gott als Beistand verstanden (Consolator), der dem Menschen zugewandt ist und ihm ein Leben in Fülle (Dulce) schenkt (Joh 16,7).
  9. Rechtfertigung des Menschen durch Gott: Ebenso wird in der sechsten Strophe die (kirchengeschichtlich) brisante Frage nach der Rechtfertigung des Menschen thematisiert: Sine tuo numine / […] Nihil est innoxium, was auf den Römerbrief des Paulus anspielt (Röm 8,1-17): der Mensch ist durch den Glauben an Gott gerechtfertigt.
  10. Absoluter Trost am Ende der Zeiten: Mit der Bezeichnung Concolator optime in der dritten Strophe sowie in der Wendung In fletu solatium der vierten wird auf die Offenbarung des Johannes verwiesen, wo in einer bewegenden Vision der Hoffnung Ausdruck verliehen wird, dass Gott alle Tränen von ihren Augen abwischen werde (Offb 21,4).

Damit schlägt die Pfingstsequenz einen Bogen von der Erschaffung der Welt über die gesamte Heilsgeschichte bis zur Hoffnung auf eine Vollendung des Menschen bei Gott am Ende der Zeiten.

Conclusio: Die Pfingstsequenz erscheint als Summa theologiae, als Zusammenfassung der wichtigsten christlichen Glaubensgewissheiten, in einer höchst kunstvollen und lyrischen Sprache. Es lohnt sich, sich mit diesem uralten Schatz des Christentums mehr auseinanderzusetzen.

PAX

Nachtrag: Dieser Beitrag ist auch auf www.das-ja-des-glaubens.de erschienen.

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Pfingstsequenz X – immerwährende Freude bei Gott

[Erste Strophe / Zweite Strophe / Dritte Strophe / Vierte Strophe / Fünfte Strophe / Sechste Strophe / Siebente Strophe / Achte Strophe / Neunte Strophe]

Mit diesem Artikel beende ich meine Serie zur Pfingstsequenz.

Da virtutis meritum,
Da salutis exitum,
Da perenne gaudium.

Ü1 (wörtlich)
Gib das Verdienst der Tugend,
gib Ausgang des Heiles,
gib fortdauernde Freude.

Ü2 (Gotteslob)
Lass es (das Volk) in der Zeit bestehn,
deines Heils Vollendung sehn
und der Freuden Ewigkeit.

Ü3 (Bone)
Spende uns der Tugend Lohn,
Lass uns stehn an deinem Thron,
Uns erfreun im Himmelssaal.

1) Da: Mit der dreifachen Anapher Gib schließt die Pfingstsequenz ab. Diese Strophe stellt ein Bittgebet dar, das nochmals zusammenfasst, was sich der Betende vom Heiligen Geist erhofft.

2) meritum: Mit diesem Begriff wird auch auf die inneren Zusammenhänge der sichtbaren und unsichtbaren Kirche angespielt. Die Verdienste, die sich die Heiligen aller Zeiten erworben haben, gehören zum Schatz der Kirche, aus dem sie schöpft, wenn sie einen Ablass verleiht. Wir stehen so gesehen auf den Schultern unserer Vorfahren, die sich Verdienste zum Wohle der gesamten Kirche erworben haben. Dabei soll natürlich nicht der Eindruck entstehen, wir könnten durch spezielle Verdienste Gott zwingen, uns zu erlösen bzw. unsere Sünden zu vergeben: die Liebe Gottes ist immer Geschenk. Aber es ist gleichwohl eine Wirklichkeit, dass wir von anderen abhängig sind, dass wir auch Vorleistungen aufbauen, die von anderen erbracht worden sind – so verstanden sind die Verdienste der Heiligen vor uns also die Schultern, auf denen wir stehen dürfen, um näher bei Gott zu sein.

3) salutis exitum – perenne: Der Ausgang des Heils meint natürlich das Sein bei Gott. Ebenso gut hätte der Autor der Pfingstsequenz mit dem Ave Maria bitten können: Bitte für uns, Heilige Gottesmutter, jetzt und in der Stunde unseres Todes. Es geht um die Hoffnung auf das letzte und endgültige Ja Gottes zum Menschen angesichts des Todes, um die Hoffnung auf ein Dasein bei Gott im Jenseits, auf das auch der Begriff perenne anspielt: eine immerwährende Freude im angesicht Gottes.

4) Conclusio: Die letzte Strophe der Pfingstsequenz öffnet den Blick auf die Eschatologie, die letzten Dinge: der Beter erhofft sich vom Heiligen Geist, dass er die Verdienste eines guten Lebens schätze, ihm Heil und Auferstehung sowie immerwährende Freude bei Gott schenke.

Verwandelt in dir
– Wasser wird zu süßem Wein –
schenkst du mir Leben.

PAX

Pfingstsequenz IX – Vertrauen zum Menschsein

[Erste Strophe / Zweite Strophe / Dritte Strophe / Vierte Strophe / Fünfte Strophe / Sechste Strophe / Siebente Strophe / Achte Strophe]

Da tuis fidelibus
In te confidentibus
Sacrum septenarium.

Ü1 (wörtlich)
Gib deinen Gläubigen
den auf dich Vertrauenden
die heilige Siebenheit.

Ü2 (Gotteslob)
Gib dem Volk, das dir vertraut
das auf deine Hilfe baut
deine Gaben zum Geleit.

Ü3 (Bone)
Heil’ger Geist, wir bitten dich,
Gib uns allen gnädiglich
Deiner Gaben Siebenzahl.

1) fidelibus – confidentibus: Die Parallel-Setzung dieser beiden Begriffe eröffnet die tiefere Bedeutung dessen, was mit Glauben gemeint ist. Der zweite Vers erscheint ja als nähere Bestimmung des Glaubens, als weitere Verdeutlichung: Glaube an Gott bedeutet, auf ihn zu vertrauen. Und das wiederum ist Grundlage und Voraussetzung dafür, dass wir Seine Liebe auch entsprechend beantworten können.

Die Bibel ist voll von Geschichten des Vertrauens: Abraham wird ein immenses Vertrauen gegen Gott abverlangt, wenn von ihm erwartet wird, in seinem Alter noch seine Heimat zu verlassen (Gen 12), ganz zu schweigen von der Zumutung, seinen Sohn diesem Gott opfern zu müssen (Gen 22). Abraham wird in diesen Erzählungen als der Vertrauende dargestellt, daher auch als Prototyp des Glaubens. Auch Maria wird viel Vertrauen abverlangt: in einer ausweglosen Situation, in der sie sich befindet, kann sie trotzdem voll Vertrauen Ja sagen zu diesem Kind, das unser aller Erlöser werden wird (Lk 1,38).

Vielleicht sind die modernen Schwierigkeiten mit dem Glauben auch darauf zurückzuführen, dass uns das Vertrauen abhandengekommen ist: der Zwang, alles zu hinterfragen, hat nicht nur zu einem immensen wissenschaftlichen Fortschritt geführt, sondern auch dazu, dass dieser Skeptizismus auch auf zwischenmenschliche Beziehungen und sogar auf die Beziehung zu Gott abfärbt: wer traut sich denn heute schon, einem anderen Menschen wirklich zu vertrauen und mit ihm eine lebenslange Ehe einzugehen? Pfeifen doch die Spatzen die aktuelle Scheidungsstatistik von den Dächern und bemühen sich doch sämtliche Medien in seltener Einstimmigkeit uns jedes Vertrauen in Institutionen oder Menschen abzugewöhnen. Wie schwer ist es da für den modernen Medienkonsumenten, Gott zu vertrauen, an ihn in diesem Sinne zu glauben?

2) Sacrum septenarium: Gemeint sind die sieben Gaben des Heiligen Geistes: Weisheit, Einsicht, Rat, Stärke, Erkenntnis, Frömmigkeit, Gottesfurcht. Diese Zählung wird abgeleitet von Jes 11,2, vermehrt durch Frömmigkeit. Sie spielen vor allem beim Sakrament der Firmung eine Rolle und fassen im Prinzip zusammen, welches Bild die katholische Kirche von einem mündigen, erwachsenen Christ hat. Der Heilige Geist soll den Gläubigen zu einem vernünftigen, weisen, nach Erkenntis strebenden Leben befähigen, das sich seiner Begrenztheit bewusst ist, offen für die Wirklichkeit Gottes, selbstbewusst und unerschrocken. Gott weiß, wie sehr wir alle dieser Gaben bedürfen – zu jeder Zeit.

3) Conclusio: Diese Strophe bietet nicht nur eine nähere Definition des Begriffs Glaube, sondern auch einen Verweis auf die sieben Geistesgaben, die nach Tradition der Kirche beim Sakrament der Firmung bespendet werden, das Sakrament, das ganz besonders mit dem Heiligen Geist assoziiert ist und das an der Schwelle zum Erwachsenwerden gespendet wird: die Gaben des Geistes sollen den Firmling also dazu animinieren, zu einem mündigen, selbstbewussten, vernünftigen Erwachsenen zu werden.

Verwirrte Sprachen,
werden eins in Christus, dein
verständliches Wort.

PAX

Pfingstsequenz VIII – ein offenes Herz

[Erste Strophe / Zweite Strophe / Dritte Strophe / Vierte Strophe / Fünfte Strophe / Sechste Strophe / Siebente Strophe]

Flecte quod est rigidum,
Fove quod est frigidum,
Rege quod est devium.

Ü1 (wörtlich)
Beuge, was starr ist,
Wärme, was kalt ist,
Lenke, was vom Weg weg ist.

Ü2 (Gotteslob)
Wärme du, was kalt und hart,
löse, was in sich erstarrt,
lenke, was den Weg verfehlt.

Ü3 (Bone)
Beuge, was verhärtet ist,
Wärme, was erkaltet ist,
Lenke, was da irregeht.

1) Flecte – Fove – Rege: Die Imperative schließen direkt an die vorherige Strophe an und sind auch thematisch ähnlich: während die siebente Strophe den Heiligen Geist auffordert zu „waschen“; zu „bewässern“ und zu „heilen“, geht es nun darum, Erstarrungen zu  „lösen“, Kaltes zu „wärmen“ und Verirrtes zu „lenken“.

2) rigidum: Die Verhärtung des Herzens ist ein sehr häufig gebrauchtes Bild im Alten Testament für die Unfähigkeit, die Liebe Gottes anzuerkennen, zum Beispiel wird es bei der Erzählung über den Auszug aus Ägypten verwendet (vgl. zum Beispiel Ex 11,10).Selbstverständlich kann auch Ezechiel assoziiert werden, wo es heißt: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz von Fleisch. (Ez 36,26). Auch im Neuen Testament verweist Jesus auf dieses alttestamentliche Bild im Zusammenhang mit der Ehescheidung: Nur weil ihr so hartherzig seid, hat Mose euch erlaubt, eure Frauen aus der Ehe zu entlassen. Am Anfang war das nicht so. (Mt 19,8). Was hier vom Heiligen Geist erwartet wird, ist also das Öffnen der menschlichen Wahrnehmung für das Wirken der göttlichen Liebe. Die Verhärtungen des Herzens sollen durchbrochen werden, es soll fähig gemacht werden, die Liebe Gottes zu fühlen und anzunehmen.

3) frigidum: Neben der Bitte um Licht (radium) und Wasser (riga) fügt sich nun die dritte essentielle Voraussetzung für Leben an: Wärme. Gott wird damit als lebensspendend und menschenfreundlich charakterisiert.

4) devium: Dieser Begriff meint nicht nur „vom Weg abkommen“, sondern auch „sich selbst nicht mehr treu bleiben“ – die Lenkung, die vom Heiligen Geist erhofft wird, ist also keine von außen kommende Beeinflussung, die vielleicht dorthin führt, wo man nicht hin will, sondern eine Lenkung auf den Pfad des Glücks, eine Bitte um Hilfe auf Ab- und Umwegen.

4) Conclusio: Wie auch schon die siebente Strophe zählt diese Imperative auf, die alles von Gott erwarten: er soll den Menschen alles geben, was sie zu einem glücklichen und erfüllten Leben brauchen: ein offenes, lebendiges Herz, die Wärme der Liebe Gottes und eine liebevolle Hand, die sie führt.

Lehre mich lieben
du Familie des Heils
erweiche mein Herz

PAX