Pfingstsequenz X – immerwährende Freude bei Gott

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Mit diesem Artikel beende ich meine Serie zur Pfingstsequenz.

Da virtutis meritum,
Da salutis exitum,
Da perenne gaudium.

Ü1 (wörtlich)
Gib das Verdienst der Tugend,
gib Ausgang des Heiles,
gib fortdauernde Freude.

Ü2 (Gotteslob)
Lass es (das Volk) in der Zeit bestehn,
deines Heils Vollendung sehn
und der Freuden Ewigkeit.

Ü3 (Bone)
Spende uns der Tugend Lohn,
Lass uns stehn an deinem Thron,
Uns erfreun im Himmelssaal.

1) Da: Mit der dreifachen Anapher Gib schließt die Pfingstsequenz ab. Diese Strophe stellt ein Bittgebet dar, das nochmals zusammenfasst, was sich der Betende vom Heiligen Geist erhofft.

2) meritum: Mit diesem Begriff wird auch auf die inneren Zusammenhänge der sichtbaren und unsichtbaren Kirche angespielt. Die Verdienste, die sich die Heiligen aller Zeiten erworben haben, gehören zum Schatz der Kirche, aus dem sie schöpft, wenn sie einen Ablass verleiht. Wir stehen so gesehen auf den Schultern unserer Vorfahren, die sich Verdienste zum Wohle der gesamten Kirche erworben haben. Dabei soll natürlich nicht der Eindruck entstehen, wir könnten durch spezielle Verdienste Gott zwingen, uns zu erlösen bzw. unsere Sünden zu vergeben: die Liebe Gottes ist immer Geschenk. Aber es ist gleichwohl eine Wirklichkeit, dass wir von anderen abhängig sind, dass wir auch Vorleistungen aufbauen, die von anderen erbracht worden sind – so verstanden sind die Verdienste der Heiligen vor uns also die Schultern, auf denen wir stehen dürfen, um näher bei Gott zu sein.

3) salutis exitum – perenne: Der Ausgang des Heils meint natürlich das Sein bei Gott. Ebenso gut hätte der Autor der Pfingstsequenz mit dem Ave Maria bitten können: Bitte für uns, Heilige Gottesmutter, jetzt und in der Stunde unseres Todes. Es geht um die Hoffnung auf das letzte und endgültige Ja Gottes zum Menschen angesichts des Todes, um die Hoffnung auf ein Dasein bei Gott im Jenseits, auf das auch der Begriff perenne anspielt: eine immerwährende Freude im angesicht Gottes.

4) Conclusio: Die letzte Strophe der Pfingstsequenz öffnet den Blick auf die Eschatologie, die letzten Dinge: der Beter erhofft sich vom Heiligen Geist, dass er die Verdienste eines guten Lebens schätze, ihm Heil und Auferstehung sowie immerwährende Freude bei Gott schenke.

Verwandelt in dir
– Wasser wird zu süßem Wein –
schenkst du mir Leben.

PAX

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Ein Gedanke zu „Pfingstsequenz X – immerwährende Freude bei Gott

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