Entweltlichung

Kleine Anmerkung zum Thema Entweltlichung:

Das Kloster St. Gallen in der Ostschweiz häufte so viel weltliche Macht an, dass sogar ein Klosterstaat entstand. Nach der Französischen Revolution erregte diese Machtkonzentration in geistlichen Händen selbstverständlich Widerspruch (noch dazu bei den ohnehin renitenten Schweizern) und es kam, wie es kommen musste: das seit dem 8. Jahrhundert ansässige Kloster wurde 1805 aufgehoben und sein Besitz säkularisiert.

ehemalige Stiftskirche

Heute zeugt nur noch der riesige Stiftsbezirk von der einstigen Macht der Fürst-Äbte, ein beständiges Mahnmal dafür, was passiert, wenn die Kirche ihre eigentliche Sendung aus dem Blick verliert.

PAX

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Ein Gedanke zu „Entweltlichung

  1. Interessant eigentlich, dass bei der Debatte um den Zölibat eines nie zur Sprache kommt: Was eigentlich passiert wäre, wenn diese Fürst-Äbte auch noch Dynastien begründet hätten – es gab ja sogar Ansätze zu Papst-Dynastien. Damit wären ungeheuer reiche und politisch einflussreiche geistliche Häuser – eine Art katholische Rothschilds – entstanden, wa vordergründig durchaus einen Gewinn für die Kirche bedeutet hätte; im geistlichen Sinn allerdings eine Katastrophe.
    Übrigens bekam auch das Kloster Marienkron im Seewinkel einen Anpfiff aus Rom, weil die Schwestern sich als sehr geschäftstüchtig erwiesen mit ihren Wasserkuren, obwohl man da kaum von „riesigen Besitztümern“ sprechen kann.

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