San Marco – das goldene Haus am Meer

Markusdom samt Campanile

Einer der sicher schönsten Kirchenbauten der Christenheit ist San Marco in Venedig und das hauptsächlich wegen der 8000 Quadratmeter Mosaike, die die Kuppeln und Bögen schmücken.

Mich fasziniert besonders die byzantinische Architektur, die so ganz anders aussieht als unser alpiner Barock, unsere etwas verhaltene Gotik oder unsere wuchtige Romanik – sie ist für mich Zeichen und Symbol der Internationalität des Christentums.

Egal wozu wir europäischen Christen uns äußern, immer schwingt dieses gönnerische „alte Welt“, „christliches Abendland“ mit. Der Markusdom von Venedig sagt schlicht und einfach „Nein“ zu solchen Ideen. Christus gehört der ganzen Welt, die arabischen Christen, die unseren Gott mit „Allah“ anrufen (was ihnen so mancher islamistische Fundi mit Gewalt verbieten will) haben ebenso ein Anrecht auf Christus wie die bedrängten Kopten Ägyptens, die Katholiken in der Türkei oder in China, oder die Adventisten in Südkorea.

Wir haben in Europa immer das Gefühl, dass unsere Probleme auch zwangsläufig die Probleme der gesamten Christenheit sein müssen. Pfarrer Schüller mit seinem Problem-Export nach Amerika ist da ein beredtes Zeichen einer vollkommen gestrigen Europa-Zentrierung, der Papst aus Südamerika das Gegenteil davon.

Der Leib Christi ist global und allumfassend, eben im Wortsinn „katholisch“.

PAX