Die Kommunikation Gottes

Im Anfang war das Wort
und das Wort war bei Gott
und Gott war das Wort.


Jetzt ist die Antwort
und die Antwort ist bei uns
und wir sind die Antwort

auf Gott
der uns fragt
und die Frage ist bei ihm
und er wird zur Frage
indem er sich von uns in Frage stellen lässt,

aus Liebe
die uns antwortet
und uns immer mehr zur Frage werden lässt,
die nach ihm fragen soll. 


Am Ende wird die Frage sein
und die Frage werden wir sein
und Gott wird die Antwort sein.

Jürg Lenggenhager

Ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Start in das neue Jahr 2016!

PAX

Pfingstsequenz VI – Nichts ohne Gott

[Erste Strophe / Zweite Strophe / Dritte Strophe / Vierte Strophe / Fünfte Strophe]

Sine tuo numine
Nihil est in homine,
Nihil est innoxium.

Ü1 (wörtlich)
Ohne deinen Willen
ist nichts im Menschen,
ist nichts unschuldig.

Ü2 (Gotteslob)
Ohne dein lebendig Wehn,
kann im Menschen nichts bestehn,
kann nichts heil sein noch gesund.

Ü3 (Bone)
Ohne Dein lebendig Wehn
Nichts im Menschen kann bestehn,
Nichts ohn’ Fehl und Makel sein.

1) Im Abgrenzung zur fünften Strophe beschreibt diese, was passiert, wenn der Heilige Geist abwesend ist: der Mensch bleibt in seiner Schuld gefangen. Gott ist es also, der den Menschen rechtfertigt, ihm seine Schuld vergibt. Ohne ihn verbleibt der Mensch in seiner Schuld verstrickt.

2) tuo numine: Numen bedeutet Wink, Geheiß, Gebot, aber auch (göttlicher) Wille, Macht, oder als Metonymie Gottheit, göttliches Wesen, wovon sich auch die Bezeichnung das Numinose für das Göttliche ableitet. Die Wendung tuo numine bedeutet also alles das, was göttlich, mächtig und machtvoll an Gott ist.

3) nihil – nihil: Die Anapher nihil betont das Nichts, das ohne Gott in uns Menschen existieren würde, im dritten Vers dann auch die Sündenverflochtenheit des Menschen ohne göttliche Erlösung.

4) in homine: Dieser Vers zeigt, wie verwiesen der Menschen auf Gott ist: ohne Gott ist der Mensch nichts. Aufgrund der Gottebenbildlichkeit des Menschen leitet sich dessen (göttliche) Menschenwürde ab, wie schon bei Goethes Faust angedeutet wird, wenn Mephistopheles sagt, dass der Herr dem Menschen den Schein des Himmelslichts gegeben habe, nämlich die Vernunft (vgl. V284). Ohne dieses göttliche Geschenk würde der Mensch noch in seinen tierischen Verhaltensweisen verfangen bleiben, ohne den Geist Gottes wäre er nichts (bei Faust klagt der Teufel im Kontrast dazu, dass der Mensch die Himmelsgabe ständig missbrauchen würde).

5) innoxium: Der Mensch kann sich nicht selbst rechtfertigen, sich selbst gerecht machen. Ohne Gottes Geist würde er schuldig bleiben. Für heutige Menschen ist das schwer auszuhalten, die gewohnt sind, alles beeinflussen und selbst erledigen zu können. Aber schon im Alltag erweist sich diese Wahrheit als verständlich: man kann bei einem anderen Menschen, dem gegenüber man schuldig geworden ist, nur um Entschuldigung bitten, niemals selbst dieselbe „erzeugen“. So ist es auch in der Beziehung mit Gott: hat man bewusst oder unbewusst das Verhältnis zu Gott verletzt, erweist sich die Hybris des Menschen, wenn er glaubt, eine Heilung dieser Situation selbst herstellen zu können.

6) Ohne den Geist ist der Menschen nichts. Schon zu Beginn der Bibel illustriert das priesterschriftliche Schöpfungswerk diese Wahrheit: Adam wird von Gott das Leben durch die Nase eingehaucht (vgl. Gen 2,7). Ohne den Geist ist der Mensch aber auch nicht gerechtfertigt, seine Sünden kann er sich nicht selbst vergeben, er braucht dazu Gottes Gnade und Hilfe.

Wir bilden dich ab
sind frei in Tun und Willen;
du riskierst’s für uns.

PAX