Kreuzerhöhung

Beim Besuch des Prämonstratenser-Stiftes Geras habe ich auch den Friedhof der Mönche besichtigt. Jedes Grab wird dort mit folgendem Kreuz versehen:

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Diese Kreuzgestaltung erscheint mir in vielfacher Hinsicht genial:

1) Die filigrane Konstruktion ist durchsichtig. Sie erscheint wie ein Rahmen, der der Welt, der Schöpfung, eine Form gibt, die sich aber so organisch in die Umwelt einfügt, dass sie durchscheinend wird für die Wirklichkeit. Bei diesem Gedanken fällt mir die Rede Jesu vom „Salz der Erde“ ein (Mt 5,13): der christliche Glaube soll ja die Welt nicht „versalzen“, sondern ihr die Würze, den rechten Geschmack geben.

So auch dieses Kreuz: es verdeckt die Realität nicht, sondern es gibt ihr Umrisse, Struktur und Sinn. Die christliche Botschaft fügt sich ein in die Schöpfung Gottes. Ich bin sicher, dass auch Papst Franziskus dieser Weltzugewandtheit viel abgewinnen könnte.

2) Das Kreuz ist nach oben offen. Was für ein wunderbares Bild für die Auferstehung! Auch wenn die Realität vom Kreuz geprägt ist, von Leiden oder Schmerzen – der Himmel ist geöffnet, der Zugang zum Vater durch den Sohn wiederhergestellt. Diese paar Zentimeter der Öffnung reichen, dass der gesamte Friedhof keine Depression ausstrahlt, sondern Frieden, Hoffnung und Freude.

Auch der Kräuterpfarrer Weidinger liegt auf diesem Friedhof begraben. Auf seinem Grab blühen wie selbstverständlich zahlreiche Kräuter und Heilpflanzen.

Was für ein friedlicher Ort im hohen Norden Niederösterreichs! Und was für ein starkes Zeugnis für den Glauben an die Auferstehung!

PAX

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