Die Kommunikation Gottes

Im Anfang war das Wort
und das Wort war bei Gott
und Gott war das Wort.


Jetzt ist die Antwort
und die Antwort ist bei uns
und wir sind die Antwort

auf Gott
der uns fragt
und die Frage ist bei ihm
und er wird zur Frage
indem er sich von uns in Frage stellen lässt,

aus Liebe
die uns antwortet
und uns immer mehr zur Frage werden lässt,
die nach ihm fragen soll. 


Am Ende wird die Frage sein
und die Frage werden wir sein
und Gott wird die Antwort sein.

Jürg Lenggenhager

Ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Start in das neue Jahr 2016!

PAX

Dreifaltigkeit im Drucker

Der Künstler Franz Sattler hat in seiner 2011 veröffentlichten Arbeit „Yellow – Magenta – Cyan“ die Dreifaltigkeit darzustellen versucht.

Ich halte das Bild für ausgesprochen genial: diese drei Farben sind die Grundbausteine der modernen Farbgewinnung, sie stehen einerseits unverbunden nebeneinander, andererseits bilden sie in ihrem Zusammenspiel alle Farben des Spektrums. Mir ist kein Versuch der neueren Zeit untergekommen, der das Geheimnis der Trinität näher zu den Menschen gebracht hat. Schließlich kann jeder, der einen etwas größeren Drucker hat, diese Drei-Einheit nachvollziehen – spätestens bei der Nachbestellung der Druckertoner.

Mir ist beim Nachdenken über das Bild besonders der Johannesprolog eingefallen: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.“ (Joh 1,1-3). So wie sich sämtliche Farbschattierungen aus den Farben Gelb, Magenta und Cyan zusammensetzen, so wäre ohne Gott nichts geworden, die ganze Schöpfung lebt quasi von den göttlichen „Grundbausteinen“.

Auch die Glaubensgewissheit, dass Gott schon immer dreifaltig gewesen ist, kann dadurch besonders gut nachempfunden werden. So wie sich die Welt der Farben aus diesen dreien zusammenfügt, so fügt sich die gesamte Schöpfung aus den drei Personen in dem einen Gott zusammen. Das „Wort“ des Johannesprologs bezieht sich ja auf den Sohn. Gott ist immer Vater, Sohn und Geist, so wie alle drei Grundfarben überall in verschiedenen Mischformen präsent sind.

Dabei ist Magenta, die Farbe des Sohnes, im Zentrum – er ist der Dreh- und Angelpunkt des Christentums, in ihm teilt sich Gott uns Menschen auf Augenhöhe mit, durch seine Auferstehung sind wir hineingenommen in die Liebe des Vaters im Heiligen Geist.

Es müsste in der modernen Theologie viel mehr Wert darauf gelegt werden, die Grundbausteine des christlichen Glaubensbekenntnisses zu aktualisieren und den Menschen erfahrbar zu machen, anstatt sich in sinnlosen Strukturdiskussionen zu verlieren. Wenn sie es nicht selbst erledigen können, müssen eben geniale Köpfe wie Franz Sattler einspringen, diese Übersetzungsarbeit zu leisten.

PAX

 

Nachträgliche Ergänzung: Über die Farben als Symbol für die Dreifaltigkeit schreibt auch Annuntiator in seinem Artikel Dreifaltigkeit verstehen.